PSA-Test & Vorsorge
Prostatakrebs früh erkennen

Warum Vorsorge?

Prostatakrebs verursacht im Frühstadium keine Beschwerden. Wer wartet, bis Symptome auftreten, verschenkt die besten Heilungschancen. Die Früherkennung zielt darauf ab, behandlungsbedürftige Tumoren zu finden, solange sie auf die Prostata begrenzt sind – und harmlose Befunde nicht unnötig zu behandeln.

Der PSA-Test misst das prostataspezifische Antigen im Blut. Ein erhöhter Wert ist ein Hinweis, kein Beweis: Auch eine gutartige Vergrößerung, Entzündungen oder Radfahren am Vortag können ihn anheben. Seinen Nutzen entfaltet der Wert im Verlauf und in Kombination mit MRT und klinischer Einschätzung.

Die Österreichische Gesellschaft für Urologie empfiehlt Männern ab 45 Jahren eine Vorsorgeuntersuchung – bei Prostatakrebs in der Familie oder nachgewiesener BRCA-Mutation bereits ab 40 Jahren.

Ablauf der Untersuchung

Die Vorsorge dauert etwa 30 Minuten und ist schmerzfrei. Nach einem Gespräch über Beschwerden, Familiengeschichte und Vorbefunde folgen die Blutabnahme für den PSA-Wert, die Tastuntersuchung und ein Ultraschall von Prostata, Blase und Nieren. Das Ergebnis bespreche ich mit Ihnen – inklusive der Frage, in welchem Abstand die nächste Kontrolle sinnvoll ist.

Anamnese: Beschwerden, Familie, Risikofaktoren PSA-Bestimmung, bei Bedarf freies PSA und PSA-Dichte Tastuntersuchung der Prostata Ultraschall von Prostata, Blase, Restharn und Nieren Harnbefund Auf Wunsch: Hodenultraschall und Testosteronbestimmung (Männergesundheit)
Zur Männergesundheit

Was passiert bei einem erhöhten PSA-Wert?

01.
Kontrolle und Einordnung

Ein erstmals erhöhter Wert wird nach einigen Wochen kontrolliert, nachdem eine Entzündung ausgeschlossen wurde. PSA-Dichte, Verlauf und Alter fließen in die Risikoeinschätzung ein – nicht ein einzelner Zahlenwert.

02.
Multiparametrische MRT

Bleibt der Wert auffällig, ist die MRT der Prostata der nächste Schritt. Sie zeigt verdächtige Areale und hilft, unnötige Biopsien zu vermeiden: Bei unauffälliger MRT und niedrigem Risiko kann meist weiter beobachtet werden.

03.
Gezielte Fusionsbiopsie

Nur bei auffälliger MRT oder hohem Risikoprofil ist eine Gewebeprobe nötig. Die MRT-Bilder werden dabei mit dem Ultraschall überlagert, sodass das verdächtige Areal gezielt und mit wenigen Proben getroffen wird.

04.
Befundbesprechung

Wird ein Tumor gefunden, erkläre ich Ihnen Risikogruppe und Optionen – von der aktiven Überwachung bis zur Operation.

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Häufige Fragen

Ab welchem PSA-Wert wird es kritisch?

Es gibt keinen festen Grenzwert. Ein Wert über 3–4 ng/ml gilt als abklärungsbedürftig, doch entscheidend sind Alter, Prostatagröße, Verlauf und MRT-Befund. Auch niedrige Werte schließen Krebs nicht völlig aus.

Wie oft sollte ich zur Vorsorge?

Je nach Ausgangswert alle ein bis vier Jahre. Bei sehr niedrigem PSA-Wert mit 45 Jahren genügen längere Intervalle; bei erhöhtem Risiko empfehle ich jährliche Kontrollen.

Muss ich vor dem PSA-Test etwas beachten?

48 Stunden vor der Blutabnahme sollten Sie auf Radfahren und Ejakulation verzichten und keine akute Blasenentzündung haben. Nüchtern müssen Sie nicht sein.

Ist die Vorsorge auch ohne Beschwerden sinnvoll?

Gerade dann. Die Untersuchung richtet sich an beschwerdefreie Männer – Symptome treten bei Prostatakrebs meist erst spät auf.