Männergesundheit
Vorsorge & Früherkennung

Warum Früherkennung entscheidend ist

Die meisten urologischen Krebserkrankungen — Prostata-, Nieren- und Hodenkrebs — verlaufen in frühen Stadien ohne Beschwerden. Symptome treten oft erst dann auf, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist und die einfachsten, schonendsten Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zählen daher zu den wichtigsten Maßnahmen, die ein Mann für seine Gesundheit treffen kann.

Im Frühstadium kann Prostatakrebs durch aktives Beobachten — also ohne jede Behandlung — kontrolliert oder mit einem einzigen minimalinvasiven Eingriff geheilt werden. Nierentumoren, die zufällig im Ultraschall entdeckt werden, lassen sich häufig nierenerhaltend operieren. Hodenkrebs, der frühzeitig erkannt wird, ist in über 95 % der Fälle heilbar.

Eine umfassende urologische Vorsorge erfordert nichts weiter als einen Bluttest und einen Ultraschall. Die Untersuchung ist schnell, nicht-invasiv und gibt entweder echte Sicherheit — oder ermöglicht rechtzeitiges Handeln, wenn es darauf ankommt.

Das PSA-Früherkennungsprogramm

Österreich verfügt über ein etabliertes, gefördertes Früherkennungsprogramm für Prostatakrebs. Es basiert auf dem PSA-Bluttest — einer einfachen Messung des prostataspezifischen Antigens im Blut. PSA wird von allen Prostatazellen produziert, Krebszellen setzen jedoch deutlich mehr davon frei, was zu einem Anstieg des Wertes führt. Eine einzige Blutentnahme in Kombination mit einem ärztlichen Gespräch ist alles, was dafür benötigt wird.

Die Vorsorge wird ab dem 45. Lebensjahr für Männer mit durchschnittlichem Risiko empfohlen. Männer, bei deren Vater oder Bruder Prostatakrebs diagnostiziert wurde, sollten bereits ab dem 40. Lebensjahr mit der Früherkennungsuntersuchung beginnen, da ihr Lebensrisiko ungefähr verdoppelt ist. Männer über 70 sollten das Untersuchungsintervall individuell mit ihrem Arzt besprechen.

Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht zwingend Krebs — er ist ein Hinweiszeichen, das die weitere Abklärung lenkt. Bei einem auffälligen Wert folgen ein MRT der Prostata und bei Bedarf eine gezielte Fusionsbiopsie. Dieser moderne diagnostische Weg vermeidet unnötige Eingriffe und konzentriert die Untersuchung nur dort, wo sie tatsächlich notwendig ist.

Was wir untersuchen

01.
Prostatakrebs

Die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Jährlicher PSA-Bluttest ab dem 45. Lebensjahr (ab 40 bei familiärer Vorbelastung). Ein auffälliger PSA-Wert führt zu MRT und — wenn nötig — zu einer gezielten Biopsie. Im frühen, organbegrenzten Stadium ist Prostatakrebs gut heilbar oder kann ohne jede Behandlung beobachtet werden.

02.
Nierenkrebs

Nierentumoren verursachen selten Beschwerden, bevor sie groß sind. Die meisten Nierenkrebserkrankungen werden heute zufällig entdeckt — bei einem Ultraschall, der aus einem anderen Grund durchgeführt wird. Ein Nierenultraschall im Rahmen der Vorsorge verursacht keinen Mehraufwand und kann einen Tumor erkennen, während er noch klein, auf die Niere begrenzt und nierenerhaltend operierbar ist.

03.
Hodenkrebs

Der häufigste solide Tumor bei Männern zwischen 15 und 40 Jahren. Regelmäßige Selbstuntersuchung und Hodenultraschall ermöglichen die Erkennung im Frühstadium, wenn die Heilungsrate über 95 % liegt. Tumormarker im Blut (AFP, Beta-HCG, LDH) ergänzen den Ultraschall und liefern wichtige Staging-Informationen. Aufmerksamkeit und frühzeitige Vorstellung beim Arzt sind der entscheidende Faktor für den Behandlungserfolg.